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Großmeister-Hattrick
Der weißrussische Großmeister Jurij Zezulkin holt beim
Äskulap-Turnier den dritten Sieg in Folge
Von Thomas Liebs

Er
kam, sah und siegte. Und das bereits zum fünften Mal. Großmeister Jurij Zezulkin
vom brandenburgischen SV „Glück Auf“ Rüdersdorf gewann am Sonnabend die 22.
Auflage des internationalen Äskulapturniers des gastgebenden Schachvereins
Görlitz.
22 Jahre Äskulap; zwei plus zwei macht vier. Eine Erfolgsformel nicht nur für 2005.
Äskulap, Apothekenturnier, Äskulap-Junior und Freizeitturnier; zwei
Hauptturniere und zwei Nebenturniere in vier Tagen, an denen insgesamt 187 Schachspieler aus sechs Nationen und acht Bundesländern
um die Podiumsplätze wetteiferten.
Äskulap-Open
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Kiebitze gibt es auch beim Schach. Den Spielern scheint es nicht zu gefallen. Jeder versucht auf seine Art und
Weise, die Konzentration zu behalten. (Fotos: P. Wilhelm) |
Im großen Äskulap-Open konnten 91 Teilnehmer begrüßt werden. Nach der feierlichen
Eröffnung durch den Präsidenten des SV Görlitz Günter Pätzold sowie dem
Vizepräsidenten des Schachverbandes Sachsens Siegfried Müller und dem
Kulturamtsleiter der Stadt Görlitz, Stefan Waldau startete auch gleich die
erste Runde. Die ersten Runden verliefen in geordneten Bahnen, die Titelträger gaben sich
keine Blöße gegen die vermeintlich schwächeren Spieler. Doch bereits in der
dritten Runde setzte der Topfavorit ein erstes Zeichen. Jurij Zezulkin gewann
seine Partie gegen den internationalen Meister Grigori Bogdanovich und setzte
sich zusammen mit fünf anderen Meistern an die Tabellenspitze. In der fünften Runde kam es zum
Spitzenspiel zwischen dem bis dahin mit der Maximalpunktzahl führenden Henryk Dobosz und Jurij Zezulkin.
Nach
stundenlangem Ringen endete auch diese Partie unentschieden. Dahinter ging es ungemein eng zur Sache, denn nicht
weniger als zehn Spieler, alle nur mit einem halben Punkt Rückstand auf den
ersten Platz,
wollten ihre Ambitionen nicht zurückstecken. Spannung war also für den Finaltag
garantiert.
Zezulkin remisierte gegen einen schwächeren Spieler. Dagegen war Dobosz mit dem Unentschieden gegen den
lettischen Großmeister Zigurds Lanka durchaus zufrieden. Vor der Finalrunde
führten nun der tschechische Großmeister Leonid Voloshin gemeinsam mit Dobosz
vor gleich 13 (!) Verfolgern mit einem halben Punkt Rückstand.
Das Duell der beiden Spitzenreiter in der Finalrunde endete
erwartungsgemäß Remis. Doch an den folgenden Brettern gab es harte Duelle, in
denen IM
Josef Pribyl aus Prag, FM Mike Stolz aus Magdeburg und GM Jurij Zezulkin
gewinnen konnten, während alle anderen Titelträgerkollegen remisierten, so dass am Ende eine
Sechsergruppe mit jeweils 5,5 von 7 Punkten an der
Spitze stand. Nun musste die Feinwertung entscheiden. Doch auch nach der ersten
Feinwertung sind Jurij Zezulkin und Mike Stolz wertungsgleich und nur dank eines
kleinen Vorsprungs in der zweiten Feinwertung gewann schließlich GM Jurij Zezulkin das Turnier und nahm bei der Siegerehrung die Glückwünsche des
Kulturbürgermeisters der Stadt Görlitz Ulf Großmann entgegen. Und neben seinem
fünften Sieg in den letzten sechs Jahren schafft er als erster Teilnehmer den
Hattrick, den Gewinn von drei Turnieren in Folge. Ein Ereignis, das im
Schachsport, zumindest bei großen internationalen Turnieren, nicht oft
anzutreffen ist und damit noch an Wert gewinnt.
Enttäuschend dagegen waren die Resultate der Görlitzer Teilnehmer. Jonas
Schindler und Ullrich Praum erspielten sich jeweils nur 2,5 Punkte und landeten
auf den Plätzen 71 und 80. Einzig Peggy Flemming dürfte mit ihrer Leistung
zufrieden sein. An Platz 90 gesetzt erkämpfte sie sich im Turnierverlauf drei
Punkte und belegte schließlich einen guten 68. Rang.
3. Apothekenturnier
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Paul Nitsche belegte beim Apothekenturnier den dritten Platz. |
In dem Wertzahl begrenzten
Turnier für alle Schachspieler mit einer DWZ bis 1800 versuchten dieses Jahr 54
Spieler ihr Glück auf den 64 Feldern. Vorjahressieger Ralf Rennert aus Freital ging
dabei erneut als Favorit ins Rennen. Doch der Turnierverlauf zeigte, dass
auch dieses Turnier in der Breite an Spielstärke deutlich
zugenommen hat.
Nach dem gleichen Modus wie das Äskulap ausgetragen, wurden die ersten drei
Runden recht ausgeglichen gespielt. Aber ab der vierten Runde setzte sich ein
Trio mit jeweils vier Punkten an die Spitze: Paul Nitsche vom SV Görlitz, Rainer Kalbaß vom SC
90 Niesky und Eduard Dreyer vom Löbauer SV. In den folgenden Runden verteidigte
das Trio seine Spitzenposition. Allerdings konnte sich Eduard Dreyer nach einem
Sieg in Runde sechs von den anderen beiden absetzen, die ihre Partien jeweils nur
zum Unentschieden brachten. Damit genügte dem Löbauer ein Remis in der
Schlussrunde, und der Turniersieg war perfekt, auch, weil die Verfolger ebenfalls
über ein Remis nicht mehr hinauskamen. Somit siegte Eduard Dreyer vor Rainer
Kalbaß und dem 17-jährigen Paul Nitsche, der trotz alledem ein wenig enttäuscht war, da er in seiner Partie
gegen Kalbaß den Gewinnweg nicht gesehen hatte und so nur ein Remis erspielte,
was ihn im Rennen um den Sieg etwas zurückgeworfen hat. Andreas Krakow, Anett
Sänger und Daniel Reimann sorgten mit ihren Endplatzierungen 7, 9 und 10 für ein
gelungenes Ergebnis der Görlitzer Schachspieler. Dagegen war Ralf Rennert mit
Rang 11 alles andere als zufrieden.
Weitere Görlitzer Platzierungen: 15. Siegfried Lorenz, 25. Werner Strozewski,
36. Thomas Richter, 41. Manfred Arlt.
Äskulap-Junior
Dieses Jahr konnten im
Kinderturnier 32 Teilnehmer aus dem gesamten Landkreis und sogar darüber hinaus
begrüßt werden. Gespielt wurde in den Altersklassen U10 und U14 über fünf Runden. Nach anstrengendem
Kampf gingen beide erste Plätze nach Leutersdorf an Tobias
Schönfelder (U10) und Tim Meier (U14).
Freizeitturnier
Auch hier galt es erst, fünf Runden Kopfarbeit zu
absolvieren, bevor der Sieger gekürt werden durfte. Sieger wurde schließlich
Ronny Herrmann aus Kodersdorf.
187 Schachspieler ließen das XXII. Äskulap erneut zu einem sportlichen Großevent
in der Neißestadt werden. Eine gelungene Veranstaltung für Organisatoren,
Sponsoren und Spieler; dies war aus vieler Leute Munde zu hören.
Quelle: Sächsische Zeitung vom 29. März 2005
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